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Das Absintheverbot


Es ist schon erstaunlich, dass der Absinthe trotz des Verbotes nicht in Vergessenheit geriet – schließlich war seine Hochzeit bereits vorbei, und die Grüne Fee wegen der vielen Todesopfer und Todkranker, die die (gepanschten) Absinthe getrunken hatten, sehr in Verruf geraten, wer Absinthe regelmäßig konsumierte, wurde gar gesellschaftlich geächtet.

Auf der anderen Seite hatte sich jedoch eine Absinthe-Kultur entwickelt, die natürlich auch auf eine gewisse Qualität der Produkte achtete, die sie konsumierte. Diese Gruppe bestand vornehmlich aus Künstlern, Intellektuellen und anderen wohlhabenden Personen, aber auch aus Liebhabern dieses Getränkes, die weit mehr in den grünen Gläsern sahen, als der Wunsch nach dem ganz besonderen Rausch.

Hier war es auch, wo die Trinkrituale des Absinthe eine ganz neue Bedeutung fanden, die weit über die technische Begründung – den Absinth zu verdünnen, um den Alkoholgehalt sowie die Bitterkeit dieses Getränkes herabzusetzen – hinausging. Wer zum Beispiel durch die Straßen der Stadt Paris wanderte, im 19. Jahrhundert, der konnte dort eine Vielzahl von Lokalen finden, in denen ganz offen Absinthe ausgeschenkt wurde, die gar allein auf dieses Produkt ausgelegt waren.

Hier traf man sich zur grünen Stunde, zwischen 5 und 7 Uhr, nach verrichtetem Tagewerk mit Freunden, wählte seinen Lieblingsabsinthe aus dem reichhaltigen Angebot, und zelebrierte den Feierabend, diese kurze Pause, in der man die ganze Welt anzuhalten schien, voller Hingabe. Heute findet man den Absinth leider kaum im Einzelhandel, und auch nur in ausgewählten Bars, wer also Absinth kaufen will, sollte sich am besten einen Händler im Internet suchen, und in dessen reichhaltigem Angebot stöbern.


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Über den Autor

Celso Cardozo
gabi.sinzig[at]web.de


von: Celso Cardozo
Anzahl der Wörter: 262

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