Krise des deutschen Profitennis
Das Spiel selbst begeistert Millionen, die Stars der Branche stehen jedoch in Deutschland in einer Nische des öffentlichen Interesses. Während die Sportart Tennis weiterhin an der Basis ankommt, die Vereine sich über zahlreiche neue Mitglieder freuen dürfen, ist die Popularität des „weißen Sports“ als Zuschauermagnet seit Jahren auf stabiler Talfahrt. Grund dafür ist das Fehlen nationaler Stars, bei den Damen wie bei den Herren.
Die Nachfrage nach Tennisartikeln ist ungebrochen, was sich speziell an den Zuwachsraten bei branchenüblichen Artikeln im Bereich des Online-Shoppings zeigt. Im Spitzenbereich jedoch ist das Produkt Tennis ein Ladenhüter. Vorbei sind die Zeiten, als es einen regelrechten „Rechte-Kampf“ zwischen RTL und den öffentlich-rechtlichen Sendern um die Übertragung des Turniers in Wimbledon gab. Blickt man aktuell in die Fernsehzeitschriften, wird das Spektakel auf dem grünen Rasen lediglich noch bei den Spartensendern DSF oder Eurosport zu bewundern sein. Aus dem Fokus einer breiten Öffentlichkeit ist die Sportart jedoch verschwunden.
Will eine Sportart auch die Massen begeistern, werden nationale Zugpferde, gewissermaßen Aushängeschilder ihres Faches benötigt. Im Tennis gibt es diese momentan nicht. Zwar tauchen etwa Tommy Haas oder Nicola Kiefer hin und wieder mal in den Schlagzeilen auf, die Popularität eines Boris Becker haben und werden sie jedoch nicht einmal annähernd erreichen. Es fehlen die großen Erfolge und auch die Konstanz. Nicht zuletzt sind die beiden vom Potential her sicher besten aktuellen deutschen Tennisspieler nicht sonderlich charismatisch. Haas, der seine Tennisausbildung in den USA genoss, ist eher der Typ Sunnyboy ohne Ecken und Kanten, während Kiefer sich häufig launisch und introvertiert gibt. Sicherlich ist auch ein Roger Federer kein kantiger Charakterkopf, aber doch aufgrund seiner überragenden Fähigkeiten mit dem Schläger ein Weltstar. Deutschland besitzt derzeit keinen Spieler von ähnlicher Qualität, der das Publikum durch sein Charisma oder seine Art zu spielen in ähnliche Verzückung versetzt. Dies ist der Grund für die Krise des deutschen Profitennis.
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Über den Autor
Autor: Maik Langenberg E-Mail: MLangenberg@gmx.net
von: Maik Langenberg
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