Schmuck der Skythen
Bei archäologischen Ausgrabungen der Hügelgräber der skythischen Könige, der sogenannten Kurganen, fand man große Mengen an Schmuck aus Gold in Form von Ringen, Ohrringen, Armbändern, Anhängern und Amuletten, Ketten und Colliers, Medaillons sowie Gürtelschnallen, Knöpfe und Diademe. Auch Guss- und Schmiedearbeiten aus anderen Metallen wie Silber und Bronze sowie reiche Schnitzereien aus Knochen und Holz wurden gefunden. Ein Grabhügel in der Nähe der Grenze zwischen Russland und der Mongolei barg soviel Gold, dass der Fund an Bedeutung mit dem Grab des Tutenchamun verglichen wurde.
Bei den Skythen, einem Reitervolk aus den Steppen Eurasiens, trugen nicht nur die Menschen Schmuck, sondern auch die Pferde wurden geschmückt, und die Skythen legten Wert auf eine reiche Verzierung ihrer Waffen und anderer Gebrauchsgegenstände. In der skythischen Kunst werden überwiegend Tiermotive dargestellt, während sie von Griechen und Persern deren Muster und Ornamente übernommen haben, so dass der Schmuck der Skythen eine gelungene, faszinierende Kombination dieser Formen darstellt. Auffallend an der Art der Tierdarstellung in ihren Kunstwerken ist bei den Skythen, dass sie eine Vorliebe für starke, schnelle Tiere hatten und bei ihnen einige Körperteile übertrieben groß dargestellt haben. Es gab aber auch Phantasiewesen, Mischwesen zwischen Mensch und Tier oder zwischen verschiedenen ihrer bevorzugten Tiere. Diese Tiermotive der Skythen zeichnet eine große Vielfalt der Haltungen und Bewegungen der dargestellten Tiere aus.
Ein Motiv mit besonderer Symbolik war die Göttin Api, Erdgöttin, Fruchtbarkeitsgöttin und Mutter der Götter und Ahnen in der skythischen Mythologie.
Beliebt war die Darstellung eines Ebers als Verkörperung des Donnergottes und Gottes des Sieges Veretragni auf der Schwertscheide von Häuptlingen. Elche und andere paarhufige Tiere galten als Symbole der Sonne, weshalb gern Elch-Motive als Schmuck an der Kleidung, aber auch an der Schwertkoppel getragen wurden.
Schmuckstücke mit besonderen Motiven gehörten zur zeremoniellen Kopfbedeckung von Frauen, wie der Greif als Mischwesen aus Löwe und Adler als Symbol für Wachsamkeit und Stärke und der Hirsch als Symbol für den Gott des Lebens, der Fruchtbarkeit, der Sonne und der Bäume. Als Nomadenvolk hatte das Pferd eine wichtige Rolle inne. Für zeremonielle Bekleidung hatten Pferde-Motive eine magische und poetische Bedeutung in der Kultur der Skythen.
Das Reich der Skythen auf der Krim erlebte seine kulturelle Blütezeit zwischen 600 und 300 vor Christus.
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Über den Autor
Susan Mueller ralf-richter@gmx.de
von: schmuckelster
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