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Fernsehen im Handyformat


Spätestens im nächsten Jahr (2008) wird sich das Handyfernsehen bei den breiteren Massen durchsetzen. Zumindest wird dies von der EU-Kommission prognostiziert, die darin einen extrem potenten Markt wittert. Doch ehe der kleine quadratische Alleskönner zu einem massentauglichen Mini-Fernseher umfunktioniert werden kann, müssen einige dringende Fragen geklärt werden. Die erste Frage ist für den unentschlossenen Verbraucher interessant: welcher Übertragungsstandard wird sich durchsetzen?

Das größte Potential offenbart das DVB-H (Digital Video Broadcast – Handheld). Damit lassen sich digitale Rundfunkinhalte auf mobile Geräte übertragen, während zusätzlich per UMTS ein Rückkanal geöffnet werden kann, um für den Nutzer interaktive Dienste zu ermöglichen. DVB-H gilt als ein zuverlässiges Übertragungssignal, das energiesparend sendet und selbst in geschlossenen Räumen für guten Empfang sorgt.

Als direkten Konkurrenten präsentiert sich das DMB (Digital Multimedia Broadcasting). Die größten Vorteile liegen darin begründet, dass bereits über 80 Prozent der Bundesbürger erreicht werden können und zudem das längst standardisierte Digitalradiosignal DAB empfangen werden kann.

Für viele sicherlich ein Begriff, ist das Datenübertragungssystem UMTS (Universal Mobile Telecommunication System). In Zukunft soll es das derzeit dominierende GSM-Netz ablösen und für bessere Videotelefonie, mobiles Surfen und schnellere Musikdownloads sorgen, leidet aber an Ausfällen, die im Falle einer hohen Nachfrage bestimmter Inhalte auftreten.

Derzeit bemüht sich das Fraunhofer-Institut nach einer Allround-Lösung, um die teilweise unübersichtliche Vielfalt an Übertragungssignalen in einem produktiven Bündel zu verschnüren. DXB (Digital Extended Broadcasting) vereint sowohl DVB-H, DAB als auch UMTS, wodurch dem Nutzer mehrere Netze und damit ein größtmöglich kompatibler Empfang multimedialer Inhalte zur Verfügung stehen.

Wer letztlich das Rennen machen wird, bleibt vorerst ungewiss. Zwar pocht die EU-Kommission auf die Durchsetzung von DVB-H als europaweiten Standard, erhält jedoch vom Bundesrat eine klare Absage. „Technologieneutral“ solle sich die Kommission geben und damit die Entwicklung konkurrierender Technologien nicht behindern. Ein Indiz für eine mögliche spätere Entwicklung gibt es dennoch: vor Kurzem bewilligte das Kartellamt den Aufbau einer gemeinsamen Handy-TV Plattform der Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone und O2. Unter verpflichtenden Auflagen zur Konkurrenzsicherung werden die 3 Branchenriesen (laut pcwelt.de) Programminhalte erwerben, die auf der Basis von DVB-H an die Endgeräte gesendet werden sollen. Nichtsdestotrotz ist die beste Empfehlung abzuwarten und den Markt zu beobachten.

Die zweite Frage lautet: ist überhaupt ein Markt fürs Handy-Fernsehen vorhanden und gibt es vielversprechende Konzepte?
Heute gefragt, fällt die Antwort ernüchternd aus. Kaum jemand nutzt das spärliche Angebot an Handy-Kanälen, das ohnehin auf sehr wenigen Modellen überhaupt erst möglich ist. Doch es ist nur eine Frage der Zeit: Branchenpioniere wie das MFD (Mobiles Fernsehen Deutschland) werben schon jetzt für Fernsehen auf mobilen Endgeräten und langsam trauen sich auch die großen Telekommunikationskonzerne zu Joint Ventures mit koreanischen Mobilfunkanbietern, die in ihrem Land das Handy-Fernsehen bereits erfolgreich etablieren konnten. So kündigten laut boerse-online.de Telekoms Tochtergesellschaft T-Systems und der südkoreanische Mobilfunkdienstleister SK Telecom eine Partnerschaft an, die den Vertrieb von Handy-TV in Europa und Asien zum Ziel haben wird.


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Über den Autor

Maik Wildemann 4websolutions[ät]web.de


von: iptv-a
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